Umgebungsfaktoren und Lebensstil

Natürlich kann die Fertilität bei Männern und Frauen auch von allen möglichen Umgebungs- und Lebensstilfaktoren beeinflusst werden; ebenso spielt das Alter eine wichtige Rolle.

Bestimmte Medikamente können die Fertilität vorübergehend oder permanent beeinträchtigen. Das gilt sowohl für Männer wie für Frauen. Besondere Aufmerksamkeit in diesem Zusammenhang verdienen Chemotherapie und Bestrahlung (Radiotherapie) bei der Krebsbehandlung. Beide Therapien können eine unwiderrufliche Sterilität zur Folge haben. Während junge Männer die Möglichkeit haben, vor Beginn der Therapie einen Vorrat an Samenzellen einfrieren zu lassen, gibt es für Frauen im Moment noch keine Ideallösung. Allerdings wird in diesem Bereich intensiv geforscht.

Eine Reihe von Pestiziden und Chemikalien kann bei häufigem Kontakt (zum Beispiel bei der Ausübung beruflicher Tätigkeiten) die Samenproduktion nachteilig beeinflussen.

Besonders Rauchen ist für die weibliche Fertilität schädlich und erhöht das Risiko einer Fehlgeburt, einer Frühgeburt, eines geringen Geburtsgewichts und des plötzlichen Kindstods. Der Effekt des Rauchens auf die männliche Fertilität ist weniger eindeutig. Einigen Forschern zufolge zerfällt der Samen von Rauchern auffallend schneller als der Samen von Nichtrauchern.

Alkoholmissbrauch wirkt sich ebenfalls schädlich auf die Fertilität und die Entwicklung der Frucht in der Gebärmutter aus. Bei Männern kann starker Alkoholgebrauch die Samenproduktion stark beeinträchtigen. Paare, die Schwierigkeiten haben, Kinder zu kriegen, tun aller Wahrscheinlichkeit gut daran, den Alkoholgenuss einzuschränken, sobald ein Kinderwunsch besteht, und dem Alkohol während der Schwangerschaft vollständig zu entsagen .

Auch das Körpergewicht spielt anscheinend eine Rolle. Frauen mit einem normalen Körpergewicht werden durchschnittlich schneller schwanger als Frauen mit einem zu hohen oder zu niedrigen Gewicht. Bei Männern scheint Übergewicht keinen direkten Effekt auf die Fertilität zu haben. Allerdings kann Fettleibigkeit bei Männern zu Problemen während des Geschlechtsverkehrs führen.

Es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass sich spezielle Diäten nachweislich auf die Fertilität auswirken. Eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung empfiehlt sich für alle Menschen, insbesondere für Frauen mit einem Kinderwunsch.

Das Alter ist äußerst wichtig für die Fertilität von Paaren, und zwar vor allem das Alter der Frau. Frauen sind zwischen 20 und 30 am fruchtbarsten. Danach nimmt ihre Fertilität systematisch ab, während gleichzeitig die Zahl der Fehlgeburten zunimmt. Im Alter von 38 Jahren beträgt die Chance auf eine Schwangerschaft pro Zyklus noch ungefähr 10 %. Die Chance, dass die Schwangerschaft spontan abgebrochen wird, steigt in diesem Zeitraum auf fast 45 %. Es setzt sich aber zunehmend die Erkenntnis durch, dass auch die Fertilität von Männern ab dem etwa 40. Lebensjahr deutlich abnimmt.